Liebe Belles und Beaus, liebe Pilgerfreunde

Am 28. Juli bin ich nach 20 Tagen Gehen, 3 Ländern, fast 500 Kilometern und unzähligen Regentropfen glücklich in Salzburg angekommen.

"Und, wie wars?", fragen mich viele nach solch einer Reise. Doch es fällt mir immer unglaublich schwer, darauf die passenden Worte zu finden. In drei Wochen passiert so viel, dass ich es nicht auf ein paar einfache Sätze reduzieren kann. Deshalb möchte ich euch mit Hilfe von kleinen Anekdoten, vielen Fotos und Videos, aber auch einfach praktischen Infos und Tipps einen kleinen Einblick in die für mich so aussergewöhnliche Zeit des Pilgerns geben.

Die diesjährige Strecke am Zürichsee entlang, über die Grenze nach Österreich und über den Arlberg, ins Tirol und schliesslich hoch nach Salzburg ist mir bereits durch viele Zugfahrten mit dem Railjet gut bekannt. Die Strecke ist unglaublich schön und sehr abwechslungsreich. Es gibt Seen, Berge und Täler, sowie grosse Städte und kleine Dörfer. Perfekt um Abstand vom Grossstadttrubel in Zürich zu gewinnen, sich in den Landschaften zu verlieren und eventuell wiederzufinden.

In diesem Beitrag möchte ich euch den ersten Abschnitt durch die Schweiz zeigen. Dieser gliederte sich in folgende fünf Etappen:

1. Zuhause (Zürich Stadt) - Wollerau: 33km 
2. Wollerau - Rapperswil: 10km
3. Rapperswil - Wattwil: 28km
4. Wattwil - Appenzell: 27km
5. Appenzell - Feldkirch: 24km


Jakobsweg durch die Schweiz (über Einsiedeln)

Vor der Abreise kann ich nur empfehlen, alle möglichen, angehäuften Arbeiten und Aufträge abzuschliessen, damit man keinen unnötigen, psychischen Ballast mit sich herumträgt. Und so startete ich nach einer verdammt kurzen, arbeitsreichen Nacht in alter Pilgertradition von meinem Zuhause aus in die Reise.

Von der eigenen Haustüre weg zu starten, hat eine besondere Bedeutung für mich. Auch wenn ich die Strecke und viele Momente mit anderen teile, so ist es doch mein ganz eigener Weg.
Ein Weg, den niemand anderes gehen kann. Simple Dinge wie Etappenlängen oder Unterkunftswahl sind genau so individuell, wie Erfahrungen oder der Anlass der Pilgerreise.
Was wäre also passender, also vom eigenen Zuhause aus zu starten?

"Gehe langsam, du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst." - Orientalisches Sprichwort

Hätte ich dieses Sprichwort bereits vor ein paar Jahren gekannt, hätte es mit Sicherheit oft Verwendung in meinen Unterhaltungen gefunden. Nur zu gut erinnere ich mich daran, dass mir ein Pilger auf der Via Francigena an den Kopf geknallt hat: "Du machst nur 25 km am Tag? Du gehst ja überhaupt nicht an deine Grenzen! Du könntest viel mehr!". Diese Aussage wurde nur noch getoppt, als ich einen Tag vor Rom von einem anderen Pilger gesagt bekam: "Also für die Strecke hast du ganz schön lange gebraucht." Aussagen, die mich nachdenklich stimmen. Geht es denn nicht genau darum, den Weg auf seine eigene Weise zu gehen?



ÜBERNACHTUNGEN
Da das Übernachten in der Schweiz nicht ganz so einfach und sorglos ist wie in Spanien oder Italien, war mir bereits vom Pilgerweg "Via Francigena" bekannt. Da ich kein Zelt oder Matte mit mir herumtragen wollte und nur über ein begrenztes Budget verfügte, kümmerte ich mich bereits vor der Abreise um die meisten Übernachtungsmöglichkeiten. Dadurch ergab sich dann auch die Streckenplanung für die Schweiz.
Je nach Budget gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich eine Unterkunft zu suchen: spontan auf dem Weg, Pilgerherbergen, über Familie und Freunde, Couchsurfing, Jugendherbergen, Hostels und Hotels,...

Neben Familie, Freunde und Bekannten, welche einen erfahrungsgemäss immer besonders mit Essen und Schlafplatz verwöhnen, kann ich folgende zwei Unterkunftsarten empfehlen:

*Pilgerunterkünfte: die Pilgerherberge Rapperswil gibt jedes Jahr eine neue Liste mit Pilgerunterkünften in der Schweiz heraus. Diese könnt ihr hier downloaden. Es handelt sich dabei um Pilgerherbergen, private Unterkünfte, B&Bs, welche unter 50 Franken kosten. Vorteile: Man findet Gleichgesinnte und hat gleich eine wunderbare Gesprächsbasis. Die Schlafmöglichkeiten sind meist einfach, gut und man hat alles, was man als Pilger_in so braucht.

*Couchsurfing: Die online Plattform ist eine schöne und persönliche Art, neue Leute kennen zu lernen. (Zudem tuts auch auch dem Pilgerbudget gut.) Aber denkt bitte daran, dass Couchsurfing nur funktionieren kann, wenn man selber auch etwas zurückgibt und selbst als Host Platz oder Zeit für die Surfer zur Verfügung stellt.

Private Unterkunft / Pilgerherberge Rapperswil
Fazenda Wattwil / Couchsurfing in Appenzell
Jugendherberge Feldkirch

Gerne möchte ich hier auf die Fazenda im Klösterli Wattwil hinweisen. Eine christliche, ursprünglich aus Brasilien stammende Glaubensgemeinschaft, welche im Klosterareal Menschen hilft aus Abhängigkeiten, Süchten und anderen schwierigen Lebensumständen zurück ins Leben zu finden. Für CHF 40 finden hier Pilger_innen ein schönes Plätzchen zum Schlafen, Essen, Verweilen und   Wäsche waschen . Von den Bewohnern, über die Leitung und die Geistlichen, bis hin zur Schmusekatze habe ich mich rundum willkommen und gut aufgehoben gefühlt.

Mein Weg führte mich zuerst am Zürichsee entlang. Begleitet wurde ich kurzentschlossen von meiner lieben Mitbewohnerin Marina. Die anfänglich angedachten 1-2 Stunden des Mitgehens verlängerte sie gleich mal auf zwei Tage und begleitete mich so bis nach Rapperswil. Dem Pilgerbann und meiner fesselnden Persönlichkeit kann sich einfach niemand entziehen.


Ab Rapperswil teilt sich der Jakobsweg in drei verschiedene Arme, welche nach Rorschach, Konstanz und ins deutsche Blumberg verlaufen. Geht man den üblichen Wegverlauf Richtung Spanien, stellt dies kein Problem dar. Wenn man aber wie ich in die entgegengesetzte Richtung wandert (und sich nicht richtig informiert), kann es passieren, dass man die falsche Abzweigung erwischt. Dies ist schliesslich auch prompt passiert und so spazierte ich mit meinem Wandergspändli Louis motiviert stundenlang den Wegweisern des Via Jacobi folgend Richtung Konstanz anstatt Wattwil. Es lohnt sich also, den Wegverlauf vorhergehend zu studieren!


WEGWEISER
In der Schweiz ist ein Grossteil der Wege ausgezeichnet mit der Zahl 4 der Via Jacobi ausgeschildert. Bei unklaren Passagen sind zudem oft weitere Zeichen wie Aufkleber oder Pfeile angebracht worden. Für den Streckenverlauf kann ich die App "GPS - Tracks" (für die Schweiz) oder die App "Bergtouren" von Ortovox (international) empfehlen. So muss man nicht ständig ein Pilgerbuch oder Zettel griffbereit halten, wird automatisch lokalisiert und spart etwas an Gewicht.


Auf dem Weg durch den östlichen Teil der Schweiz wurde mir klar, wie wenig ich das Land kenne, in welchem ich glücklicherweise geboren wurde. Ich mag es sehr, in der Schweiz zu leben und schätze das privilegierte Leben, welches ich hier führen darf. Und doch kenne ich noch viel zu wenige Ortschaften und suche mir meine Reisedestination meist in weit entfernten Ländern. Etwas, was ich unbedingt ändern sollte!
Wie viel es noch zu entdecken gibt zeigte mir beispielsweise die Stadt Appenzell. In meinem Kopf eine grössere, belebte Stadt, entpuppte sich der Ort als süsser, kleiner knapp 6000-Einwohner-Ort, in welchem sogar die Garagen aufgeräumter waren, als es meine Wohnung es je sein wird.


An meinem fünften Tag auf dem Schweizer Jakobsweg erreichte ich die österreichische Grenze. Da ich meine Unterkunft anstelle des vorgegebenen Wegpunktes in Rankweil auf die Ortschaft Feldkirch verlegt hatte, gönnte ich mir eine "kleine Abkürzung". Eigentlich sollte ich nach vier Pilgerwegen bereits klüger sein und den Wegweisern vertrauen, aber nichtsdestotrotz wählte ich den von Google Maps vorgeschlagenen Fussweg. Daraus resultiere ein einstündiger Umweg auf Beton, zwei Blasen und das Gehen im Regen.
Notiz an mich selber: in Österreich keine "Umwege" mehr einlegen, nur weil Google Maps es mir schmackhaft macht.

Ich in meiner natürlichen Umgebung - dem Maisfeld. ❥ Popcorn ❥
Du hast Fragen und Anmerkungen rund um meine Pilgerreisen? Dann hinterlasse mir einen Kommentar oder schreib eine Mail!


Liebe Beaus und Belles,

Meine Serie der Künstlervorstellungen kennt ihr bereits, denn ich teile gerne meine grosse Leidenschaft - die Kunst - mit euch. Heute zeige ich euch jedoch mal einen Künstler ausserhalb der gängigen Bereiche dieser Serie wie Fotografie oder Malerei.
Gerne möchte ich euch heute den japanischen Modeschöpfer Issey Miyake vorstellen.
Fotograf: Francis Giacobetti

Das Plissee hat seinen Ursprung nicht wie man denken könnte in Japan, sondern wurde bereits im 16. Jahrhundert von den alten Ägyptern getragen. Doch der in Tokio lebende Designer experimentierte mit dem Plissee und hat ihn quasi neu erfunden. Er wird von seinen Mitarbeitern ehrfürchtig Issey-san oder Sensei genannt, was Meister bedeutet. Denn er ist der Meister der Falten!

1993 liess der Designer eine Falttechnik patentieren, welche seiner berühmten Pleats-Please-Linie (von Miyake auch "tanzende Kleider" genannt) als Basis verwendet. Denn bei Miyakes Kreationen wird das Kleid zwischen Papierbahnen zu Plissee gepresst und so mikroskopisch klein gefaltet. Die daraus entstehenden, weiten, zu skulpturalen Umrissen geformten Kleider, setzten neue Trends in der Szene und werde auch heute immer wieder von grossen Modeketten rezitiert. Mit seinen Kreationen thematisiert Miyake die Bewegung und die Freiheit, sowie den Raum zwischen Körper und Kleid. Es geht ihm nicht um Mode, die wie eine zweite Haut am Körper sitzt, sondern um eine Mode, welchen den Körper umhüllt. Es entsteht eine neue Weiblichkeit, bei der zwar immer noch Leichtigkeit und Verletzlichkeit ausgedrückt werden, jedoch die Bewegung thematisiert wird und welche nicht blosses Abbild des Frauenkörpers ist.


Bilder via explore.patternity.org

Miyake näht, entgegen der gängigen Handhabung des Stoffes, das Kleidungsstück zuerst zu einer simplen Grundform zusammen, welche dann erst durch das darauf folgende Falten seine endgültige Form erhält.

Er sieht sich selbst jedoch als Designer und nicht als Modeschöpfer. Inspiriert von den Studentenprotesten 1968 auf den Pariser Strassen sieht er sich der Lösung alltäglicher Probleme verpflichtet und sagt:

"Mit der überkommenen Welt der Haute Couture will ich nichts zu tun haben. Mich interessiert Design, das für breite Bevölkerungskreise Bedeutung hat, wie etwa der Jeans-und-T-Shirt-Look. Kleidung die funktionell und trendfrei ist."

Damit vereinen die Kollektionen des Designers Tradition, moderner Technologie und alltägliche Funktionalität - eine ungewöhnliche Fusion von Poesie und Tragbarkeit.

Issey Miyake porträtiert von Brigitte Lacombe







Midori KitamuraKazuko Koike, Yuriko Takagi

Hardcover, 30 x 30 cm, 512 Seiten


Mehrsprachige Ausgabe:
Englisch, Japanisch

Liebe Belles und Beaus,

Ihr kennt das bestimmt alle: da ist man auf Youtube unterwegs, scrollt sich durch Songs und Playlisten und - ZACK - da steht man seinem Schwarm aus Teeniezeiten gegenüber. Meiner singt laut und eindringlich "You are beautiful, beautiful, beautiful, beautiful, beautiful, magical, mystical, irresistible, cosmical..."!
Vielen Dank, Patrick Nuo!

Zusammen mit dem Kopfhörer Hersteller Sudio Sweden habe ich euch hier meine fünf am heissesten geliebten Teenie - Schwärme der 2000er, samt ihren grössten Hits herausgesucht. Mein damaliger Typ? Blond - hellhäutig - Babyface. Ob die heute wohl auch noch so gut aussehen?

Meine liebsten Teenie Magazine - Bravo & Popcorn
Kopfhörer - Sudio
Löffel - La Redoute



1. Jesse McCartney - Beautiful Soul




2. Aaron Carter - Surfin' USA




3. Nick Carter - Backstreet Boys - Everybody




4. Taylor Hanson - Hanson Brothers - MMMbop





5. Patrick Nuo - Beautiful





Habe ich da alte Erinnerungen geweckt? Welches ist dein Teenie Schwarm aus längst vergangenen Tagen?

Hallo liebe Beaus und Belles,

Ich bin zwar gerade am Wandern, dachte aber, dass ich euch noch mit einem kleinen Rezepttipp verwöhnen könnte: ganz modern, ganz schnell, ganz vegan - das Bananen - Glacé!

Schale - IKEA
Goldenes Besteck - La Redoute

Denn was gibt es Besseres, als sich bei diesem Wetter mit einem frischen Eis abzukühlen. Ein Eis ohne zusätzlichen Zucker oder Zusatzstoffen, ein Eis aus nur 4 Zutaten!

Was brauchst du dafür?
- Tiefgefrorene Bananen
- Kokosmilch oder wie ich: Reis - Kokos - Getränk von isola bio
- Kokosflocken: Premium Bio Kokosflocken von Dr. Goerg
- Kakaoraspeln: Bio Kakaosplitter von Criollo





Wie lange brauchst dafür?
Maximal 5 Minuten!

Wie gehst du vor?
1. Tiefgefrorene Bananen und Kokosmilch in einen Mixer geben. (Achtung: lieber zuerst nur wenig Milch verwenden, damit sich die typische Glacé - Konsistenz ergibt. Wenn es den Mixer zu sehr beansprucht oder sich die beiden Zutaten nicht vermischen wollen, dann mehr Milch dazugeben.)
2. Mit Kokosflocken und Kakaoraspeln toppen. Und das wars auch schon!

Wenn ihr das Eis jetzt noch standesgemäss in eine hübsche Schale gebt und mit einem goldenen Löffel verpeist, dann steht eurem perfekten Glacé - Erlebniss nichts mehr im Weg!



Und jetzt: GUTEN APPETIT!

Liebe Belles und Beaus

Morgen ist es so weit, ich starte in meine nächste Pilgerreise! Nach dem berühmten Camino francés in Spanien und der wunderbaren Via Francigena in Italien habe ich mich dieses Mal für eine Reise im deutschsprachigen Raum entschieden. Ziel der Reise ist nicht etwa eine der grossen Pilgerziele wie Santiago de Compostela, Rom oder Jerusalem, sondern das wunderschöne Salzburg.
Die Stadt kenne ich bereits sehr gut und die Strecke dahin habe ich schon etliche Male auf dem Weg nach Wien mit dem Zug zurückgelegt.


Loswandern werde ich ganz in Pilgermanier von meiner Wohnung mitten in Zürich, bevor es dann am Zürichsee entlang, ab Rapperswil auf dem Rorschacher Ast nach Wattwil und ab dann auf dem Voralbergischen Appenzellerweg über Grenze nach Österreich geht.



Eine weitere Besonderheit auf diesem Weg wird sein, dass ich in die entgegengesetzte Richtung, also weg von Santiago de Compostela und Rom, wandern werde. Dadurch wird es mir nicht möglich sein, die Pilgerführer wie gewohnt zu nutzen, sondern ich habe mich für Wegbeschreibungen entschieden, welche ich leichter von hinten nach vorne lesen kann.
Auf den Seiten www.jakobsweg.ch und www.jakobsweg-tirol.net gibt es praktische Karten, welche man in ausgedruckter Form und in Etappen gebündelt mit sich führen kann. Darauf sind sowohl Streckenbeschrieb samt Kartenmaterial, wie auch Informationen zu Bauten und Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Weg verzeichnet. Anders als beim gebundenen Pilgerführer, kann man die bereits zurückgelegten Etappen so wunderbar wegwerfen und sein mitgeführtes Gepäck gewichtstechnisch optimieren.
Zudem habe ich mir erstmalig die Streckenabschnitte als GPS Daten, welche ebenfalls über QR Code auf den Karten verzeichnet sind, auf mein Handy geladen. So dürfte eigentlich was die Wegfindung anbelangt, nichts mehr schief gehen!

Ab der Rankweil (bei Feldkirch) befinde ich mich bis St. Christoph auf dem Voralberg Weg und dann bis kurz vor Salzburg auf dem Tiroler Weg, bevor ich dann das letzte Stückchen auf dem Österreichischen Jakobsweg wandern werde.


GESCHICHTE DES JAKOBSWEGES

Das wohl bekannteste Pilgerziel ist Santiago de Compostela, welches in Galizien, Spanien liegt. Der Legende nach liegt dort der Apostel Jakobus der Ältere begraben, welcher zusammen mit seinem Bruder Johannes Teil der zwölf Apostel Jesu war. Die Nachricht, dass sich das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela befinden solle, verbreitete sich schnell bis in weit entfernte Länder. In St. Gallen gab es beispielsweise bereits um 860 n. Chr. im Martyrologium in der Stiftsbilbiothek einen Eintrag zum Grab.

Nach verschiedenen Umbauten an der Kirche und deren Zerstörung durch arabische Truppen 997 n. Chr. wurde um 1211 n. Chr. die Kathedrale eingeweiht, welche wir heute kennen. Bald darauf soll Franz von Assisi nach Santiago gepilgert sein.
Seit 1122 wird in den Jahren, in welchen der Jakobustag am 25. Juli auf einen Sonntag fällt, das heilige Jahr gefeiert. Das nächste Heilige Jahr findet übrigens 2021 statt. In diesen Jahren machen sich die meisten Pilger auf den Weg, da die römisch-katholischen Christen da die Möglichkeit bekommen, einen vollkommenen Ablass zeitlichen Südenstrafen zu erwerben. Die heiligen Jahre werden deshalb auch Gnadenjahre genannt.

1987 bezeichnete der Europarat den Jakobsweg in Spanien zum europäischen Kulturweg, welcher dann 1933 von der UNESCO samt dem Küstenweg zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Diese beiden Ernennungen, sowie Bücher und Dokumentationen steigerten die Pilgerzahlen ungemein und die Pilgerbewegung erlebte eine neue Blütezeit. Besonders kann ich hier das Buch "Ich bin dann mal weg" von HaPe Kerkeling empfehlen. Der schlechteste Geheimtipp, da es schon einen unglaublichen Bekanntheitsgrad in Pilgerkreisen hat. Wer es jedoch noch nicht kennt, dem kann ich es nur ans Herz legen!

Ich (links) 2013 vor der Kathedrale in Santiago de Compostela


PACKLISTE
Jahr für Jahr probiere ich mein Gepäck so zu optimieren, dass ich möglichst leichte und qualitativ hochwertige Dinge mit mir führe. Die Qualität und das Gewicht sind das Wichtigste und man sollte dafür keine Kosten scheuen, denn die Ausrüstung ist das Zuhause über Wochen und man soll sich damit wohlfühlen können. Zudem möchte man die Ausrüstung auch nicht jedes Jahr erneuern müssen.

Neben meinen Meindl Wanderschuhen, welche mich jetzt bereits einige Jahre treu begleiten, habe ich mir dieses Jahr noch Trekkingsandalen von Keen zugelegt. Diese werden besonders auf asphaltige heissen Strecken, auf denen die Füsse kochen, zum Einsatz kommen.

Tipp: Wichtig ist es, sowohl Schuhe, wie auch den Rucksack und die Regenklamotten zu imprägnieren. Plastikbeutel schützen Dokumente und den Pilgerpass vor Nässe.

Insgesamt wiegt mein Rucksack übrigens mit Wasser ca. 9 kg.

 Rucksack: Deuter Act Lite 45 + 10 slimeline Edition für Frauen (wichtig sind vorallem Hüftgurte zum Entlasten der Schultern und ein gutes Rücksensystem für die Belüftung)
 Schlafsack: Meru ultralight medium 
 Pilgerpass/ Credenziale: bestellen vor Abreise auf diversen Internetseiten. Ich habe sie ukompliziert über die Seite jakobsweg.ch bestellt. 

 Wanderschule: Meindl Texas GTX
 Trekkingsandalen von Keen (bei langen Strecken auf Asphalt, wenn die Wanderschuhe nass sind oder einfach als Verschnaufpause für die Füsse)
 Flipflops Puma (für die Gemeinschaftsduschen und an den Abenden)

 Regenjacke: Rukka (Reissverschluss sollte bedeckt sein) 
 Regenhose: Rukka (soll über die Schuhe gehen, damit das Wasser nicht in die Schuhe läuft)
 Regenschutzhülle für Rucksack 
alternativ auch  Regenponcho 

 Fleecejacke mit Kapuze von Mamut
 1 leichtes Sweatshirt
 2 T-Shirts (1 mit und 1 ohne Ärmel)
 1 Leggins
 1 lange weitere Sporthose
 2 kurze Sporthosen
 1 leichtes einfaches Kleid 
 2 paar dünne Sportsocken und Unterwäsche ohne Naht

 Notiz- / Skizzenbuch mit Stift
 Kopfhörer
 Iphone & Case inkl. Aufladegerät
 Digitalkamera: Canon PowerShot S110 inkl. Aufladegerät
 Portemonnaie mit Geld/Krankenversicherungskarte/Bankkarte
 Taschenmesser: Victorinox (mit Schere & Korkenzieher! :) )
 Stirnlampe: Petzl
 ein paar Sicherheitsnadeln (Kleidung flicken, Kleidung an Rucksack befestigen, Blasen aufstechen…)

 Duschtuch/Badetuch/Handtuch: Pearl Mikrofaser
 Haarshampoo und Duschgel in kleinen Behältern
 Blasenpflaster/ Tape/ normale Plaster/ Desinfektionsmittel/ Bandage/ Hirschtalgcreme
 Insektenspray und Stift bei Stichen

 Sonnencreme
 Sonnenhut



Meine Glücksbringer und Andenken vergangener Pilgerschaften

Während der Reise werde ich euch auf Facebook und Instagram (@bellemelleblog) mitnehmen! Ihr findet mich direkt über meine Accounts oder den Hashtag #bellemellewandert!

Liebe Grüsse und bis bald,
Steffi
Guten Morgen Belles und Beaus

Wie im Hongkong Beitrag versprochen, zeige ich euch hier noch die Kunstarbeit, welche im Rahmen des Moduls "Accidental Tourist Guide" der ZHdK entstanden ist.

Zehn Studierende der ZHdK haben jedes Semester die Möglichkeit, zusammen mit Studierenden aus Hongkong (HKBU) und Helsinki (ARTS), das soziale und kulturelle Leben, sowie die städtischen Strukturen in Hongkong zu erforschen.

Das Thema des Accidental Tourist Guide, also des zufälligen Touristenführers fungiert dabei als Emulgator, um Ideen, Wahrnehmungen und die kulturelle Vielfalt zu vermitteln, neu zu diskutieren, formulieren. Zudem spielen auch die verschiedenen Formen der Kommunikation, der Gebrauch und die Konstruktion von Sprache und Wirklichkeit eine zentrale Rolle.

Das transkulturelle Projekt konzentriert sich auf die Selbst-Reflexion und das Selbst-Bewusstsein jeder der teilnehmenden Personen, auf die Unterschiede in der ästhetischen Wahrnehmung und Praxis, sowie das Verständnis der Unterschiede der interkulturellen Entwicklungsprozesse.

Nachdem wir in der ersten Phase des Projektes von der Schweiz und Helsinki aus mit Hilfe von Google Street View imaginäre Sightseeing Touren geplant haben, führten wir dann die Hongkong Studierenden in den ersten Tages unseres Aufenthaltes in Hongkong durch die Strassen.
In der zweiten Phase handelten wir in realen Räumen in Hongkong:
Themen waren die Schaffung von Räumen durch soziales Handeln, sowie die Abhängigkeit des sozialen Handelns von räumlichen Strukturen (z.Bsp. Nutzung des öffentlichen Raumes, Einkaufen, Essen, Architektur, öffentliche Interaktionen, etc.). Die genauere Eingrenzung und Definition der Bildungs- und Designprojekte wurde dabei von allen Untergruppen (gemischtes, internationales Team aus je zwei Studierenden der selben Universität) selber definiert.

Unsere Gruppe hat sich auf die starken visuellen und auditiven Eindrücke in Hongkong konzentriert: Das laute Ticken der Ampeln inmitten von Menschenmassen, schneidende Messer zwischen Fleischbergen auf dem Strassenmarkt, das Rattern von Rollatoren auf unebenem Grund,...
Wir definierten durch die Kamera kleine Bühnen des Alltags, welche wir durch Passanten, Arbeiter, Touristen und ihre alltäglichen Handlungen füllen liessen. Der Sound des Videos baut auf den eingefangenen Tonaufnahmen der einzelnen Szenen auf, welche durch die Hand von Noe Eckmanns über unserer persönlichen, auditiven Tonerfahrung in Hongkong erzählt.
Der Titel 嘟嘟 (do do do) stammt übrigens von diesem Schild aus der U-Bahn:

Konzept: Stefanie Müller & Alan Sahin
Musik: Noe Eckmanns
Kamera: Alan Sahin (& ein mini-kleines-Bisschen Stefanie Müller)
Editing: Alan Sahin

(mit Ton)