Liebe Belles und Beaus, liebe Freunde des Pilgerns

Nach dem ersten Beitrag über den Schweizer Pilgerweg Richtung Salzburg habe ich nun weitere 330 Bilder und Videos bearbeitet, Gedanken sortiert und Geschichten gebündelt. In diesem Beitrag zeige ich euch jetzt die besten Momente und interessantesten Geschichten aus dem Vorarlberg und dem Tirol bis hin nach Innsbruck.


Nachdem mich auf den ersten drei Tagen zwei Freunde begleitet haben, wanderte ich ab Wattwil alleine Salzburg entgegen. Das Alleinsein und besonders das Alleine-Unterwegs-Sein ist eine Situation, welche bei den meisten Verwunderung, bei manchen Bewunderung, bei wenigen Verständnis und bei vereinzelten auch Unbehagen auszulösen scheint. "Du machst den ganzen Weg alleine? Ist das nicht langweilig und ziemlich einsam?" Nein, nicht für mich. Denn wer allein ist, muss nicht einsam ein.
Alleine zu wandern gibt mir die Möglichkeit, mich völlig auf mich und meine Umgebung zu fokussieren. Ich geniesse die Ruhe der Natur, den Fluss meiner Gedanken und Bewegungen; die Regelmässigkeit der Schritte und das rhythmische Klicken der Stöcke. Pilgern ist mein Meditieren. Ich habe Zeit, mich schrittweise frei zu machen, Unwichtiges loszulassen. Diese Zeit gibt mir die Ruhe und Kraft, mich so auch wieder gegen aussen zu öffnen.


Jeder sollte… 
mit den Sinnen nicht nur denken, sondern sie zu Taten lenken, 
überall im ganzen Leben, das Erlernte weiter geben, 
Stress und Hektik überwinden, täglich auch zur Ruhe finden, 
nicht nur an sich selber denken, Andern auch viel Freude schenken, 
Verrücktes tun und nicht bereu'n, an kleinen Dingen sich erfreu'n, 
nicht nach hohen Zielen streben, ruhig und genügsam leben, 
sich von Habsucht distanzieren, nicht den Überblick verlieren, 
stets spüren, was in Wahrheit zählt, vergessen das, was ständig quält, 
erleben, was das Herz gern mag, die Liebe pflegen – jeden Tag. 
 - Horst Rehmann 


Wer in seiner freien Zeit nichts als Zerstreuung sucht, 
hat so gut wie keine Chance, zu sich selbst zu finden. 
- Ernst Ferstl



ETAPPEN
6. Feldkirch - Bludenz: 27km
7. Bludenz - St. Christoph (Übernachtung in St. Anton): 35km
8. (Rücktransfer nach) St. Christoph - St. Anton - Flirsch: 15km
9. Flirsch - Landeck/Zams: 18km
10. Landeck/Zams - Roppen: 29km
11. Roppen - Flaurling: 28km
12. Flaurling - Innsbruck: 30km


Landeck - Zams

ÜBERNACHTUNG IN VORARLBERG UND TIROL
Die Übernachtungsmöglichkeiten im Vorarlberg und Tirol lassen sich gut mit jenen in der Schweiz vergleichen. Es gibt ab und an Pilgerherbergen, jedoch muss man oft auf Pensionen oder Hotels ausweichen. Zudem sollte man sich mindestens einen Tag zuvor um die Unterkunft kümmern, wenn man das Pilgerbudget nicht sprengen möchte. Denn oft findet man sich am Ende des Tages in einem kleinen Dorf wieder, in welchem die Unterkunftsmöglichkeiten sehr limitiert sind.
Ein kleiner Tipp: immer nach Pilgerrabatten fragen! Oft gibt es in Hotels kleinere und dadurch günstigere Zimmer oder einfach nette Gastgeber, welche ein Herz für Pilger haben.


Kloster Sankt Peter in Bludenz / Hotel Schwarzer Adler in St. Anton a.A.
Hotel Troschana in Flirsch / Hotel Mozart in Landeck-Zams
Gasthof Goldener Adler in Flaurling


NAVIGATION UND WEGWEISER
Gleich nach meiner Ankunft in Österreich besorgte ich mir beim Anbieter A3 für 20 Euro eine Wertkarte samt österreichischer Nummer. Da wir in der Schweiz immer noch Roaming Gebühren zahlen, lohnt sich diese Investition schnell. Ich habe mich bewusst für die Erreichbarkeit und den Internetzugang entschieden, da mir mein Handy in Sachen Navigation, Unterkunftsbeschaffung und natürlich auch in allfälligen Notsituationen schnell und einfach Hilfe bietet.
Grundsätzlich ist der Weg in Österreich gut ausgeschildert, wenn man von der richtigen Seite her kommt. Wenn man die entgegengesetzte Richtung geht wie ich, übersieht man die Schilder oft und sollte sich an die Wegbeschreibung von mitgeführten digitalen oder analogen Karten halten. Andernfalls kommt man wie ich nach einer Stunde gehen wieder am Startpunkt der Tagesetappe an...

Den Gasthof Goldener Adler in Flaurling habe ich nach 
einer Stunde des Herumirrens nochmal passiert...


PILGERIN ODER DOCH WANDERIN?
An meinem zweiten Tag in Österreich führte ich eine Unterhaltung mit einer Nonne, welche mich bis heute noch nachdenklich stimmt. Sie hat mich mit folgender Aussage konfrontiert:
"Du bist ja gar keine Pilgerin, wenn du nicht nach Santiago gehst, sondern nach Salzburg."
Sofort hatte ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Ich sei ja auf dem Jakobsweg. Und nach Santiago de Compostela sei ich 2013 und 2015 gegangen, nach Rom 2014.
Doch was ist ein Pilger heutzutage überhaupt noch? Was macht das Pilgern aus? Ab wann darf man den Pilgerpass beantragen, Pilgerherbergen in Anspruch nehmen und sich das Pilgermenü bestellen? Wie kommt man vom Wandern zum Pilgern?
Pilgern heisst für mich, auf dem Weg zu sein - physisch und psychisch. Pilgern ist eine innere Sehnsucht, ein Besinnen und Öffnen, ein Festigen und Neu-Erfahren, alleine und zusammen mit anderen. Es ist ein stetiges Zusammenspiel von Innen und Aussen, von Vergangenem und Gegenwärtigem. Es ist das Selbst-Bewusstsein, sich in der Welt zu positionieren und zu bewegen.
Doch inwiefern spielt da das Pilgerziel Santiago de Compostela und der religiöse Hintergrund des Pilgerns im Jahre 2017 noch eine Rolle?
Bis heute kann ich die Antworten auf all diese Fragen nicht zufriedenstellend formulieren. Aber ist es überhaupt notwendig, die Grenzen zwischen Wanderin, Pilgerin oder Geherin zu ziehen? Muss ich mich als das eine oder das andere definieren?


ARLBERG
An meinem dritten Tag in Österreich erreichte ich eines meiner Highlights auf dem Weg: den Arlbergpass! Dieser befindet sich auf der Höhe von 1780 M.ü.M. und der gleich darauf folgende Maiensee ist mit seinen 1865 M.ü.M. -  sogar noch vor den Pyrenäen - der höchste Punkt auf dem ganzen Jakobsweg.
Leider spielte das Wetter wieder einmal nicht so ganz mit, so dass ich den Pass leider nur im Nebel, bei 8 Grad und Regen passieren konnte. Mit dem Pass überquerte ich dann auch die Grenze vom Vorarlberg zum wunderschönen Tirol.

ST. ANTON
Der Arlberg, welcher seinen Namen durch seine unzähligen Arlenbüsche bekam, ist besonders durch den Wintersport bekannt, da hier bereits 1901 der Skiclub Arlberg gegründet wurde. Aber auch im Sommer hat die Umgebung des Stanzertals zwischen den Lechtaler Alpen und der Verwallgruppe tolle Wanderstrecken und hübsche Bergdörfer zu bieten. Allen voran sind mir besonders St. Christoph, St. Anton und die Ortschaft Schnann mit dem Naturdenkmal Schnanner Klamm im Gedächtnis geblieben.


Wer nicht zum kleinen Pilgerpreis im Alberg Hospiz Hotel in St. Christoph übernachten möchte, dem kann ich wärmstens eine Übernachtung im 2'400 Seelendorf St. Anton am Fusse des Arlberg-Passes empfehlen. Hatte ich bis dahin "nur" in Pilgerherbergen, Jugendherbergen und Privatunterkünften Unterschlupf gefunden, wurde ich im Bergdorf St. Anton eingeladen, im Hotel Schwarzer Adler zu nächtigen. Ich durfte in einem Doppelbett schlafen, Fernseh schauen, meine Kleidung waschen und ein wahnsinns 7-Gang Menü verspeisen. Privilegien, welche ich besonders beim Wandern wieder sehr zu schätzen weiss.
Das Gala Dinner war eine der Situationen, an welche ich mich bestimmt noch Jahrzehnte zurückerinnern werde. Nicht nur, weil ich mit abgeklebten Zehen und Flip Flops in einem Saal voller Paare und Familien alleine solch ein Essen genoss, sondern vor allem, weil ich ein bisschen überfordert war, wann ich welches Besteck zu brauchen hätte. Wer hätte gedacht, dass nicht die Pilgerstrecke oder meine körperliche Verfassung mir Kopfzerbrechen bereiten würden, sondern das Essen in einem 4* Hotel? Ach, die Sorgen einer Luxuspilgerin!


Im Alltag erlegen wir uns täglich tausend kleine Dinge auf, welche wir unbedingt machen müssen. Kleine, unwichtige Dinge, die unseren ganzen Alltag strukturieren, unser Leben füllen. Beim Pilgern sind jedoch nur etwas zu essen und zu trinken, sowie ein Ort zum Schlafen von Belangen. Dinge wie duschen, saubere Kleidung, gutes Wetter usw. machen den Pilgeralltag zwar definitiv leichter und angenehmer, sind im Grunde aber nicht wichtig. Durch das reduzierte Leben mit dem Rucksack als zuhause wird einem erst wieder bewusst, wie bequem wir unser Leben zuhause gestalten, wieviele Dinge wir um uns scharren, wie verwöhnt wir sind. Dabei sind die wichtigsten Dinge in unserem Leben gar keine "Dinge".
Dieses Bewusstwerden und das kontinuierliche Hinterfragen des eigenen Lebensstils ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Ziele, welches man sich als Pilger/in setzen sollte.


Ein weiteres Highlight dieses Abschnitts war das Stift Stams, bei welchem ich mir eine kleine Führung durch die Räume der klösterlichen Gemeinschaft der Zisterzienser gönnte. Besonders hatte es mir die barockisierte Basilika mit dem 19 Meter hohen, vergoldeten Lebensbaum-Altar mit seinen 84 holzgeschnitzten Figuren, sowie der reich geschmückte Bernardisaal angetan. (Und der Backhendlsalat in der dazugehörigen Orangerie! Mmmmhhh...)
Zudem gelangt man über eine kleine Hängebrücke zur neugotischen, im Jahr 1901 errichtete Wallfahrtskirche Maria Lochergut samt Gnadenkapelle, welche 1871 nach der wundersamen Heilung der todkranken Maria Kalb aus Rum bei Innsbruck ihre Bedeutung bekam.

Maria Lochergut vor der Mieminger Kette

"Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiss, 
der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen,
 um das einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens." 
- Hermann Hesse


Arzler Wald


Da ich bei meiner vorgängigen Planung den 17.07. völlig aussen vor gelassen habe, trudelte ich bereits einen Tag früher in Innsbruck ein, als geplant. Da mich die liebe Marina von bonsoir-cherie.ch ab Innsbruck wieder ein paar Tage begleiten wollte, legte ich noch einen zweiten Pausentag in der Tiroler Hauptstadt ein.

Was ich in Innsbruck so getrieben habe, wie die letzte Woche meiner Pilgerreise verlief und wieso ich einige Abschnitte plötzlich nicht mehr zu Fuss gegangen bin, findet ihr nächste Woche auf BELLEMELLE heraus!


Liebe Belles und Beaus, liebe Pilgerfreunde

Am 28. Juli bin ich nach 20 Tagen Gehen, 3 Ländern, fast 500 Kilometern und unzähligen Regentropfen glücklich in Salzburg angekommen.

"Und, wie wars?", fragen mich viele nach solch einer Reise. Doch es fällt mir immer unglaublich schwer, darauf die passenden Worte zu finden. In drei Wochen passiert so viel, dass ich es nicht auf ein paar einfache Sätze reduzieren kann. Deshalb möchte ich euch mit Hilfe von kleinen Anekdoten, vielen Fotos und Videos, aber auch einfach praktischen Infos und Tipps einen kleinen Einblick in die für mich so aussergewöhnliche Zeit des Pilgerns geben.

Die diesjährige Strecke am Zürichsee entlang, über die Grenze nach Österreich und über den Arlberg, ins Tirol und schliesslich hoch nach Salzburg ist mir bereits durch viele Zugfahrten mit dem Railjet gut bekannt. Die Strecke ist unglaublich schön und sehr abwechslungsreich. Es gibt Seen, Berge und Täler, sowie grosse Städte und kleine Dörfer. Perfekt um Abstand vom Grossstadttrubel in Zürich zu gewinnen, sich in den Landschaften zu verlieren und eventuell wiederzufinden.

In diesem Beitrag möchte ich euch den ersten Abschnitt durch die Schweiz zeigen. Dieser gliederte sich in folgende fünf Etappen:

1. Zuhause (Zürich Stadt) - Wollerau: 33km 
2. Wollerau - Rapperswil: 10km
3. Rapperswil - Wattwil: 28km
4. Wattwil - Appenzell: 27km
5. Appenzell - Feldkirch: 24km


Jakobsweg durch die Schweiz (über Einsiedeln)

Vor der Abreise kann ich nur empfehlen, alle möglichen, angehäuften Arbeiten und Aufträge abzuschliessen, damit man keinen unnötigen, psychischen Ballast mit sich herumträgt. Und so startete ich nach einer verdammt kurzen, arbeitsreichen Nacht in alter Pilgertradition von meinem Zuhause aus in die Reise.

Von der eigenen Haustüre weg zu starten, hat eine besondere Bedeutung für mich. Auch wenn ich die Strecke und viele Momente mit anderen teile, so ist es doch mein ganz eigener Weg.
Ein Weg, den niemand anderes gehen kann. Simple Dinge wie Etappenlängen oder Unterkunftswahl sind genau so individuell, wie Erfahrungen oder der Anlass der Pilgerreise.
Was wäre also passender, also vom eigenen Zuhause aus zu starten?

"Gehe langsam, du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst." - Orientalisches Sprichwort

Hätte ich dieses Sprichwort bereits vor ein paar Jahren gekannt, hätte es mit Sicherheit oft Verwendung in meinen Unterhaltungen gefunden. Nur zu gut erinnere ich mich daran, dass mir ein Pilger auf der Via Francigena an den Kopf geknallt hat: "Du machst nur 25 km am Tag? Du gehst ja überhaupt nicht an deine Grenzen! Du könntest viel mehr!". Diese Aussage wurde nur noch getoppt, als ich einen Tag vor Rom von einem anderen Pilger gesagt bekam: "Also für die Strecke hast du ganz schön lange gebraucht." Aussagen, die mich nachdenklich stimmen. Geht es denn nicht genau darum, den Weg auf seine eigene Weise zu gehen?



ÜBERNACHTUNGEN
Da das Übernachten in der Schweiz nicht ganz so einfach und sorglos ist wie in Spanien oder Italien, war mir bereits vom Pilgerweg "Via Francigena" bekannt. Da ich kein Zelt oder Matte mit mir herumtragen wollte und nur über ein begrenztes Budget verfügte, kümmerte ich mich bereits vor der Abreise um die meisten Übernachtungsmöglichkeiten. Dadurch ergab sich dann auch die Streckenplanung für die Schweiz.
Je nach Budget gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich eine Unterkunft zu suchen: spontan auf dem Weg, Pilgerherbergen, über Familie und Freunde, Couchsurfing, Jugendherbergen, Hostels und Hotels,...

Neben Familie, Freunde und Bekannten, welche einen erfahrungsgemäss immer besonders mit Essen und Schlafplatz verwöhnen, kann ich folgende zwei Unterkunftsarten empfehlen:

*Pilgerunterkünfte: die Pilgerherberge Rapperswil gibt jedes Jahr eine neue Liste mit Pilgerunterkünften in der Schweiz heraus. Diese könnt ihr hier downloaden. Es handelt sich dabei um Pilgerherbergen, private Unterkünfte, B&Bs, etc. welche unter 50 Franken kosten. Vorteile: Man findet Gleichgesinnte und hat gleich eine wunderbare Gesprächsbasis. Die Schlafmöglichkeiten sind meist einfach, gut und man hat alles, was man als Pilger_in so braucht.

*Couchsurfing: Die online Plattform ist eine schöne und persönliche Art, neue Leute kennen zu lernen. (Zudem tuts auch auch dem Pilgerbudget gut.) Aber denkt bitte daran, dass Couchsurfing nur funktionieren kann, wenn man selber auch etwas zurückgibt und selbst als Host Platz oder Zeit für die Surfer zur Verfügung stellt.

Private Unterkunft / Pilgerherberge Rapperswil
Fazenda Wattwil / Couchsurfing in Appenzell
Jugendherberge Feldkirch

Gerne möchte ich hier auf die Fazenda im Klösterli Wattwil hinweisen. Eine christliche, ursprünglich aus Brasilien stammende Glaubensgemeinschaft, welche im Klosterareal Menschen hilft aus Abhängigkeiten, Süchten und anderen schwierigen Lebensumständen zurück ins Leben zu finden. Für CHF 40 finden hier Pilger_innen ein schönes Plätzchen zum Schlafen, Essen, Verweilen und   Wäsche waschen . Von den Bewohnern, über die Leitung und die Geistlichen, bis hin zur Schmusekatze habe ich mich rundum willkommen und gut aufgehoben gefühlt.

Mein Weg führte mich zuerst am Zürichsee entlang. Begleitet wurde ich kurzentschlossen von meiner lieben Mitbewohnerin Marina. Die anfänglich angedachten 1-2 Stunden des Mitgehens verlängerte sie gleich mal auf zwei Tage und begleitete mich so bis nach Rapperswil. Dem Pilgerbann und meiner fesselnden Persönlichkeit kann sich einfach niemand entziehen.


Ab Rapperswil teilt sich der Jakobsweg in drei verschiedene Arme, welche nach Rorschach, Konstanz und ins deutsche Blumberg verlaufen. Geht man den üblichen Wegverlauf Richtung Spanien, stellt dies kein Problem dar. Wenn man aber wie ich in die entgegengesetzte Richtung wandert (und sich nicht richtig informiert), kann es passieren, dass man die falsche Abzweigung erwischt. Dies ist schliesslich auch prompt passiert und so spazierte ich mit meinem Wandergspändli Louis motiviert stundenlang den Wegweisern des Via Jacobi folgend Richtung Konstanz anstatt Wattwil. Es lohnt sich also, den Wegverlauf vorhergehend zu studieren!


WEGWEISER
In der Schweiz ist ein Grossteil der Wege ausgezeichnet mit der Zahl 4 der Via Jacobi ausgeschildert. Bei unklaren Passagen sind zudem oft weitere Zeichen wie Aufkleber oder Pfeile angebracht worden. Für den Streckenverlauf kann ich die App "GPS - Tracks" (für die Schweiz) oder die App "Bergtouren" von Ortovox (international) empfehlen. So muss man nicht ständig ein Pilgerbuch oder Zettel griffbereit halten, wird automatisch lokalisiert und spart etwas an Gewicht.


Auf dem Weg durch den östlichen Teil der Schweiz wurde mir klar, wie wenig ich das Land kenne, in welchem ich glücklicherweise geboren wurde. Ich mag es sehr, in der Schweiz zu leben und schätze das privilegierte Leben, welches ich hier führen darf. Und doch kenne ich noch viel zu wenige Ortschaften und suche mir meine Reisedestination meist in weit entfernten Ländern. Etwas, was ich unbedingt ändern sollte!
Wie viel es noch zu entdecken gibt zeigte mir beispielsweise die Stadt Appenzell. In meinem Kopf eine grössere, belebte Stadt, entpuppte sich der Ort als süsser, kleiner knapp 6000-Einwohner-Ort, in welchem sogar die Garagen aufgeräumter waren, als es meine Wohnung es je sein wird.


An meinem fünften Tag auf dem Schweizer Jakobsweg erreichte ich die österreichische Grenze. Da ich meine Unterkunft anstelle des vorgegebenen Wegpunktes in Rankweil auf die Ortschaft Feldkirch verlegt hatte, gönnte ich mir eine "kleine Abkürzung". Eigentlich sollte ich nach vier Pilgerwegen bereits klüger sein und den Wegweisern vertrauen, aber nichtsdestotrotz wählte ich den von Google Maps vorgeschlagenen Fussweg. Daraus resultiere ein einstündiger Umweg auf Beton, zwei Blasen und das Gehen im Regen.
Notiz an mich selber: in Österreich keine "Umwege" mehr einlegen, nur weil Google Maps es mir schmackhaft macht.

Ich in meiner natürlichen Umgebung - dem Maisfeld. ❥ Popcorn ❥
Du hast Fragen und Anmerkungen rund um meine Pilgerreisen? Dann hinterlasse mir einen Kommentar oder schreib eine Mail!


Liebe Beaus und Belles,

Meine Serie der Künstlervorstellungen kennt ihr bereits, denn ich teile gerne meine grosse Leidenschaft - die Kunst - mit euch. Heute zeige ich euch jedoch mal einen Künstler ausserhalb der gängigen Bereiche dieser Serie wie Fotografie oder Malerei.
Gerne möchte ich euch heute den japanischen Modeschöpfer Issey Miyake vorstellen.
Fotograf: Francis Giacobetti

Das Plissee hat seinen Ursprung nicht wie man denken könnte in Japan, sondern wurde bereits im 16. Jahrhundert von den alten Ägyptern getragen. Doch der in Tokio lebende Designer experimentierte mit dem Plissee und hat ihn quasi neu erfunden. Er wird von seinen Mitarbeitern ehrfürchtig Issey-san oder Sensei genannt, was Meister bedeutet. Denn er ist der Meister der Falten!

1993 liess der Designer eine Falttechnik patentieren, welche seiner berühmten Pleats-Please-Linie (von Miyake auch "tanzende Kleider" genannt) als Basis verwendet. Denn bei Miyakes Kreationen wird das Kleid zwischen Papierbahnen zu Plissee gepresst und so mikroskopisch klein gefaltet. Die daraus entstehenden, weiten, zu skulpturalen Umrissen geformten Kleider, setzten neue Trends in der Szene und werde auch heute immer wieder von grossen Modeketten rezitiert. Mit seinen Kreationen thematisiert Miyake die Bewegung und die Freiheit, sowie den Raum zwischen Körper und Kleid. Es geht ihm nicht um Mode, die wie eine zweite Haut am Körper sitzt, sondern um eine Mode, welchen den Körper umhüllt. Es entsteht eine neue Weiblichkeit, bei der zwar immer noch Leichtigkeit und Verletzlichkeit ausgedrückt werden, jedoch die Bewegung thematisiert wird und welche nicht blosses Abbild des Frauenkörpers ist.


Bilder via explore.patternity.org

Miyake näht, entgegen der gängigen Handhabung des Stoffes, das Kleidungsstück zuerst zu einer simplen Grundform zusammen, welche dann erst durch das darauf folgende Falten seine endgültige Form erhält.

Er sieht sich selbst jedoch als Designer und nicht als Modeschöpfer. Inspiriert von den Studentenprotesten 1968 auf den Pariser Strassen sieht er sich der Lösung alltäglicher Probleme verpflichtet und sagt:

"Mit der überkommenen Welt der Haute Couture will ich nichts zu tun haben. Mich interessiert Design, das für breite Bevölkerungskreise Bedeutung hat, wie etwa der Jeans-und-T-Shirt-Look. Kleidung die funktionell und trendfrei ist."

Damit vereinen die Kollektionen des Designers Tradition, moderner Technologie und alltägliche Funktionalität - eine ungewöhnliche Fusion von Poesie und Tragbarkeit.

Issey Miyake porträtiert von Brigitte Lacombe







Midori KitamuraKazuko Koike, Yuriko Takagi

Hardcover, 30 x 30 cm, 512 Seiten


Mehrsprachige Ausgabe:
Englisch, Japanisch

Liebe Belles und Beaus,

Ihr kennt das bestimmt alle: da ist man auf Youtube unterwegs, scrollt sich durch Songs und Playlisten und - ZACK - da steht man seinem Schwarm aus Teeniezeiten gegenüber. Meiner singt laut und eindringlich "You are beautiful, beautiful, beautiful, beautiful, beautiful, magical, mystical, irresistible, cosmical..."!
Vielen Dank, Patrick Nuo!

Zusammen mit dem Kopfhörer Hersteller Sudio Sweden habe ich euch hier meine fünf am heissesten geliebten Teenie - Schwärme der 2000er, samt ihren grössten Hits herausgesucht. Mein damaliger Typ? Blond - hellhäutig - Babyface. Ob die heute wohl auch noch so gut aussehen?

Meine liebsten Teenie Magazine - Bravo & Popcorn
Kopfhörer - Sudio
Löffel - La Redoute



1. Jesse McCartney - Beautiful Soul




2. Aaron Carter - Surfin' USA




3. Nick Carter - Backstreet Boys - Everybody




4. Taylor Hanson - Hanson Brothers - MMMbop





5. Patrick Nuo - Beautiful





Habe ich da alte Erinnerungen geweckt? Welches ist dein Teenie Schwarm aus längst vergangenen Tagen?

Hallo liebe Beaus und Belles,

Ich bin zwar gerade am Wandern, dachte aber, dass ich euch noch mit einem kleinen Rezepttipp verwöhnen könnte: ganz modern, ganz schnell, ganz vegan - das Bananen - Glacé!

Schale - IKEA
Goldenes Besteck - La Redoute

Denn was gibt es Besseres, als sich bei diesem Wetter mit einem frischen Eis abzukühlen. Ein Eis ohne zusätzlichen Zucker oder Zusatzstoffen, ein Eis aus nur 4 Zutaten!

Was brauchst du dafür?
- Tiefgefrorene Bananen
- Kokosmilch oder wie ich: Reis - Kokos - Getränk von isola bio
- Kokosflocken: Premium Bio Kokosflocken von Dr. Goerg
- Kakaoraspeln: Bio Kakaosplitter von Criollo





Wie lange brauchst dafür?
Maximal 5 Minuten!

Wie gehst du vor?
1. Tiefgefrorene Bananen und Kokosmilch in einen Mixer geben. (Achtung: lieber zuerst nur wenig Milch verwenden, damit sich die typische Glacé - Konsistenz ergibt. Wenn es den Mixer zu sehr beansprucht oder sich die beiden Zutaten nicht vermischen wollen, dann mehr Milch dazugeben.)
2. Mit Kokosflocken und Kakaoraspeln toppen. Und das wars auch schon!

Wenn ihr das Eis jetzt noch standesgemäss in eine hübsche Schale gebt und mit einem goldenen Löffel verpeist, dann steht eurem perfekten Glacé - Erlebniss nichts mehr im Weg!



Und jetzt: GUTEN APPETIT!