Künstlervorstellung: Issey Miyake

von am Sonntag, 16. Juli 2017
Liebe Beaus und Belles,

Meine Serie der Künstlervorstellungen kennt ihr bereits, denn ich teile gerne meine grosse Leidenschaft - die Kunst - mit euch. Heute zeige ich euch jedoch mal einen Künstler ausserhalb der gängigen Bereiche dieser Serie wie Fotografie oder Malerei.
Gerne möchte ich euch heute den japanischen Modeschöpfer Issey Miyake vorstellen.
Fotograf: Francis Giacobetti

Das Plissee hat seinen Ursprung nicht wie man denken könnte in Japan, sondern wurde bereits im 16. Jahrhundert von den alten Ägyptern getragen. Doch der in Tokio lebende Designer experimentierte mit dem Plissee und hat ihn quasi neu erfunden. Er wird von seinen Mitarbeitern ehrfürchtig Issey-san oder Sensei genannt, was Meister bedeutet. Denn er ist der Meister der Falten!

1993 liess der Designer eine Falttechnik patentieren, welche seiner berühmten Pleats-Please-Linie (von Miyake auch "tanzende Kleider" genannt) als Basis verwendet. Denn bei Miyakes Kreationen wird das Kleid zwischen Papierbahnen zu Plissee gepresst und so mikroskopisch klein gefaltet. Die daraus entstehenden, weiten, zu skulpturalen Umrissen geformten Kleider, setzten neue Trends in der Szene und werde auch heute immer wieder von grossen Modeketten rezitiert. Mit seinen Kreationen thematisiert Miyake die Bewegung und die Freiheit, sowie den Raum zwischen Körper und Kleid. Es geht ihm nicht um Mode, die wie eine zweite Haut am Körper sitzt, sondern um eine Mode, welchen den Körper umhüllt. Es entsteht eine neue Weiblichkeit, bei der zwar immer noch Leichtigkeit und Verletzlichkeit ausgedrückt werden, jedoch die Bewegung thematisiert wird und welche nicht blosses Abbild des Frauenkörpers ist.


Bilder via explore.patternity.org

Miyake näht, entgegen der gängigen Handhabung des Stoffes, das Kleidungsstück zuerst zu einer simplen Grundform zusammen, welche dann erst durch das darauf folgende Falten seine endgültige Form erhält.

Er sieht sich selbst jedoch als Designer und nicht als Modeschöpfer. Inspiriert von den Studentenprotesten 1968 auf den Pariser Strassen sieht er sich der Lösung alltäglicher Probleme verpflichtet und sagt:

"Mit der überkommenen Welt der Haute Couture will ich nichts zu tun haben. Mich interessiert Design, das für breite Bevölkerungskreise Bedeutung hat, wie etwa der Jeans-und-T-Shirt-Look. Kleidung die funktionell und trendfrei ist."

Damit vereinen die Kollektionen des Designers Tradition, moderner Technologie und alltägliche Funktionalität - eine ungewöhnliche Fusion von Poesie und Tragbarkeit.

Issey Miyake porträtiert von Brigitte Lacombe







Midori KitamuraKazuko Koike, Yuriko Takagi

Hardcover, 30 x 30 cm, 512 Seiten


Mehrsprachige Ausgabe:
Englisch, Japanisch

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